Anfang und Ende… oder warum meine Oma ganz bestimmt die Finger im spiel hatte und das Kakaoböhnchen den besten Schutzengel hat

Meine Oma starb.

Anfang Februar. Mehr oder weniger plötzlich. Sie war meine ganze Kindheit eine sehr nahe Bezugsperson für mich und ich sah sie, da sie und mein Opa ganz nah bei uns wohnten, jeden Tag. Mein Opa ist schon vor vielen Jahren gestorben.

Und auf einmal kam die Nachricht. Ich konnte es gar nicht richtig fassen. Ich wollte sie immer besuchen in der Kurzzeitpflege aber ich war immer erkältet und alle sagten ich sollte besser nicht die alten Leutchen anstecken, was ja auch stimmt.

Meine Heilpraktikerin sagte so einen Tod muss man sich verdienen. So alt zu werden, auchnoch ziemlich fit, sie hat bis zum Schluss fast alles alleine noch können. Und dann so einfach zu sterben, einen Tag vorher hat sie noch gymnastik gemacht. Es tut nur mir (und allen hinterbliebenen) weh weil sie so fehlt. Ich höre immernoch ihre Schritte und sehe ihre Gardine wackeln.

Die ersten Minuten dachte ich ich gehe nicht hin aber das hat sich so falsch angefühlt. Und so musste ich sie einfach doch noch besuchen und mich verabschieden. Ich bin weinend zu meinen Eltern gefahren und meine Mutter hat mich begleitet.

Als wir im Keller der Einrichtung warten mussten das jemand den Raum öffnet wo sie liegt war mir ganz bange. Die toten Menschen die ich bisher sah sahen alle schlimm aus. Aber nicht meine Oma. Ungewohnt weil ohne Brille, ohne Zähne etwas bleich, aber nicht schlimm. Meine Mutter ist ganz liebevoll mit ihr umgegangen und hat mit ihr geredet und so hab ich mich auch getraut sie anzufassen, es war gar nicht schlimm. Sie fühlte sich nichtmal kalt an (eine Bekannte meinte das ist oft ein Zeichen das die Seelen noch ein bischen da sind) und ihr eines Auge war ein bischen offen. Ich hoffe einfach das sie mich noch gesehen hat und weis das ich da war, das ich ihre Haare ordentlich machen wollte.

Und gut das sie ihr Hörgerät noch getragen hat, denn ich musste kurz mit ihr alleine sprechen. Weil ich in der arbeit gerade so hin und her gerissen bin, ob ich nochmal was ganz neues anfangen soll oder so…ich hab sie gebeten doch wenn sie „da oben“ (sie war gläubig deswegen habe ich diese Worte genutzt) einen guten Überblick hat könnte sie mir doch mal ein Zeichen schicken, was meine nächste Aufgabe ist, wie mein Leben weitergehen soll… neuer Job oder nicht? Nebenher noch was lernen?

Wir haben uns dann verabschiedet und sind gegangen.

Ein Tag später war mein Eisprung.

Danke Oma. Das ist ein deutliches Zeichen. Ich hoffe du passt von „da oben“ gut aufs Kakaoböhnchen auf, ich hab dich lieb.

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2 Gedanken zu “Anfang und Ende… oder warum meine Oma ganz bestimmt die Finger im spiel hatte und das Kakaoböhnchen den besten Schutzengel hat

  1. Oh, die Beziehung zwischen deiner Oma und dir klingt toll. Und ich weiß wie sehr es weh tun kann, wenn die Oma stirbt.
    Meine Oma ist am 27.03. jetzt 1 Jahr tod und es tut immer noch weh. Gerade jetzt in der Schwangerschaft denke ich oft an sie und meine anderen Großeltern. Da sie nie ihr Urenkel kennen lernen werden.
    Aber so haben die Großeltern von oben auch noch ein Auge auf ihre Lieben. ♥

    Gefällt mir

    • Ja.
      Ich war auch bevor ich es meiner Familie gesagt habe beim Grab und hab eine Kerze hingestellt und den beiden (mein Opa liegt auch da) vom Böhnchen erzählt.
      Mein Freund war auch traurig weil er ja keine Eltern mehr hat.
      Und meine Oma hat so oft gefragt ob wir Kinder wollen. Sie wäre so glücklich gewesen ♡

      Gefällt 1 Person

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